Osteifel - Rhein-Rureifel-Weg von Brohl nach Wehr

Art:

Streckenwanderung

Länge:

24 km

Wanderregion:

Osteifel

Schwierigkeitsgrad:

mittel bis schwer

Bewertung:
Eifel

 

Bildergallerie

  • 001 - Rhein-Rureifel-Weg - Im unteren Brohltal
  • 002 - Rhein-Rureifel-Weg - Aufstieg zum Kurfürstenweg
  • 003 - Rhein-Rureifel-Weg - Auf dem Kurfürstenweg
  • 004 - Rhein-Rureifel-Weg - Auf dem Kurfürstenweg
  • 005 - Rhein-Rureifel-Weg - Klosterruine Tönisstein
  • 006 - Rhein-Rureifel-Weg - In der Wolfsschlucht
  • 007 - Rhein-Rureifel-Weg - In der Wolfsschlucht
  • 008 - Rhein-Rureifel-Weg - In der Wolfsschlucht

  

 

1. Teil: Von Brohl durch das Tönissteiner Bachtal zum Lydiaturm

 

 

Der Rhein-Rureifel-Weg des Eifelvereins führt auf eine Länge von 119 Kilometern von Brohl am Rhein nach Monschau. Auf seinem ersten Teilabschnitt weiß der Weitwanderweg mit einer überaus abwechslungsreichen Streckenführung zu überraschen. Eine enge, canonartige Schlucht, ein Aussichtsturm und zwei sehenswerte Kirchen liegen am Weg. 

 

Bei herrlichem Wanderwetter und sommerlichen Temperaturen wandern die Watzmänner brohltalaufwärts von Brohl in Richtung Bad Tönisstein. Eine Weile geht es am Brohlbach entlang. Nach Überquerung der Landstraße windet sich der Rhein-Rureifel-Weg serpentinenartig auf schmalem Pfad und jetzt unter der Bezeichnung Kurfürstenweg zu den Brohltalhöhen hinauf. An der steil abfallenden Hangkante entlang wandern wir bis zum Werk des Tönissteiner Sprudels. Hier senkt sich der Pfad bis zur Talsohle ab um jenseits des Werkgeländes über einen breiten Schotterweg zu den Brohltalhöhen zurückzukehren. Nach einem weiteren Wanderkilometer erreichen die Watzmänner einen herrlichen Aussichtspunkt, der den Blick auf den Tunnel der Brohltal-Schmalspur-Eisenbahn und die steil aufragenden Trasswände tief unten im Brohltal gestattet.

 

Blick auf den Tunnel der Brohltal-Schmalspur-Eisenbahn

 

Aber auch die Aussichten ins obere Brohltal und auf die am Horizont aufragende Burg Olbrück sind bemerkenswert. Auf dieser Felsenkanzel hoch über dem Tal machen wir natürlich ausgiebig Rast und genießen eine Weile die herrlichen Panoramablicke.

 


 

Im weiteren Verlauf senkt sich der schmale Saumpfad erneut talwärts und bringt die Bergkameraden zur ehemaligen Kurklinik Bad Tönisstein, die heute eine Seniorenresidenz beherbergt. Hier ist eine Einkehr möglich. Ein kurzes Stück wandern wir die Straße nach Wassenach hinauf und folgen dann einem nach rechts abzweigenden Waldweg in das Tönissteiner Bachtal hinein. Hier ist die Routenführung mit dem Traumpfad Höhlen- und Schluchtensteig identisch. Lichter Laubwald und zwischen den Bäumen hindurchbrechende Sonnenstrahlen verzaubern das romantische, immer enger werdende Tälchen. Nach einigen Treppenstufen zweigt rechter Hand der Pfad zur Klosterruine Tönisstein ab.

 

Ruine des ehemaligen Karmeliterklosters im Tönissteiner Bachtal

 

Von dem ehemaligen Karmeliterkloster sind heute nur noch ein paar von Schlingpflanzen überwucherte Mauerreste vorhanden. Eine Kapelle, die am Ende des 14. Jahrhunderts auf den schroffen Trassfelsen errichtet wurde, war dem Hl. Antonius geweiht, daher die Bezeichnung „Tönisstein“. Die einstige Pieta, der im Wege der Säkularisation im Jahre 1802 aufgelösten Klosterkirche, wurde in die Pfarrkirche St. Lubentius nach Kell überführt und wird dort noch heute von Pilgern aufgesucht und verehrt. Über gesicherte Wege und mehrere Stege führt uns nun der Weg in die canyonartige Wolfsschlucht hinein. Etwa 40 Meter tief hat sich hier der Tönissteiner Bach seit tausenden von Jahren in den erkalteten Aschestrom aus dem nahen Laacher-See-Vulkan hinein geschnitten.

 

Der kleine Wasserfall ausgangs der Wolfsschlucht

 

Den absoluten Höhepunkt dieses spektakulären Streckenverlaufes durch die Wolfschlucht mit ihrer urwaldähnlichen Vegetation, bildet jedoch der Wasserfall am Oberlauf des Tönissteiner Baches. Hier stürzt das schäumende Wasser über einen kleinen Katarakt acht Meter tief zu Tal. Ausgangs der Schlucht führt der Weg talaufwärts durch den Ort Wassenach zum Lydiaturm. Hier wird Mittagsrast gehalten.

 


 

Bildergallerie

  • 001 - Rhein-Rureifel-Weg - Im unteren Brohltal
  • 002 - Rhein-Rureifel-Weg - Aufstieg zum Kurfürstenweg
  • 003 - Rhein-Rureifel-Weg - Auf dem Kurfürstenweg
  • 004 - Rhein-Rureifel-Weg - Auf dem Kurfürstenweg
  • 005 - Rhein-Rureifel-Weg - Klosterruine Tönisstein
  • 006 - Rhein-Rureifel-Weg - In der Wolfsschlucht
  • 007 - Rhein-Rureifel-Weg - In der Wolfsschlucht
  • 008 - Rhein-Rureifel-Weg - In der Wolfsschlucht
 

2. Teil: Vom Lydiaturm über Maria Laach nach Wehr


Der Lydiaturm wurde im Jahre 1927 vom Eifelverein auf der Anhöhe hinter dem Hotel Waldfrieden aus heimischem Lavagestein erbaut. Von der luftigen Aussichtsplattform fällt der Blick auf die Eifelhöhen, auf den Laacher See und die Abtei Maria Laach. Darüber hinaus sind am Horizont die Ettringer Hausberge Hochstein und Hochsimmer zu sehen. Aber auch der Blick zurück auf Wassenach und die restlichen Erhebungen der Osteifel ist überaus bemerkenswert. Sogar das Siebengebirge auf der anderen Rheinseite ist bei guter Sicht problemlos zu erkennen.

 

Blick vom Lydiaturm auf die Ortschaft Wassenach

 

Vom Aussichtsturm geht es durch lichten Hochwald steil hinab zum Laacher See. Auf dem Seeuferweg umwandern wir den größten See von Rheinland-Pfalz. Er wird fälschlicher Weise auch noch als das größte Eifelmaar bezeichnet. Es handelt sich jedoch nicht um ein Maar, sondern um einen mit Wasser gefüllten Einbruchskrater, eine sogenannte Caldera. Der Besuch der Benediktiner-Abtei Maria Laach ist obligatorisch, wenn man den Rhein-Rureifel-Weg auf dieser Etappe erwandert. So statten auch wir der hochmittelalterlichen Klosteranlage unseren Besuch ab. Sie wurde im Jahre 1093 von Heinrichs II. von Laach erbaut. Die sechstürmige Klosterkirche, das Laacher Münster, ist eine gewölbte Pfeilerbasilika mit prachtvollem Westeingang, dem Paradies, welches einzigartig ist nördlich der Alpen.

 

Blick vom Rhein-Rureifel-Weg auf das Laacher Münster

 

Vom Kloster aus führt die Route durch mächtige Buchenbestände steil bergan zum Laacher Kopf hinauf. Auf der Höhe treten die Wanderer aus dem Wald und blicken hinüber zum Dachsbusch bei Wehr und zum Bausenberg, einem Hufeisenkrater bei Niederzissen. Über asphaltierte Wirtschaftswege nähern wir uns jetzt unserem Zielort. Nachdem wir die Autobahnunterführung der A61 passiert haben, ist nur noch ein letzter Aufschwung zu meistern dann fällt der Blick auf Wehr. Der Heimatort der Watzmänner mit der, aus dem Ortsbild herausragenden klösterlichen Anlage, liegt in einem weitläufigen Talkessel, dem sogenannten "Wehrer Kessel". Auch hierbei handelt es sich um eine Caldera, also einen vulkanischen Einbruchkrater, der über das größte Kohlensäurevorkommen Europas verfügt.

 


 

Die erste urkundliche Erwähnung der Ortschaft Wehr stammt aus dem Jahr 920. Das Dorf gehörte bis zur Säkularisation um das Jahr 1800 zum Kloster Steinfeld. Diese herrliche Streckenwanderung über den Rhein-Rureifel-Weg endet im Barocken Pfarrgarten von Wehr. Die vollkommen verwilderte Anlage wurde in den vergangenen Jahren vom Brauchtums- und Verschönerungsverein Wehr e.V. wieder hergerichtet und erfreut sich einer wachsenden Zahl von Besuchern.

 

Im Barocken Pfarrgarten am Zielort Wehr

 

Darüber hinaus sollte man es nicht versäumen, im Anschluss an die Tour, die Pfarrkirche St. Potentinus mit ihrer frühbarocken Altargruppe in Augenschein zu nehmen. Es handelt sich dabei um eine, kreuzgewölbte einschiffige Anlage von 1702 mit vollständig erhaltener, ungewöhnlich reicher barocker Ausstattung und Holzfiguren der zwölf Apostel in Lebensgröße. Ohne Zweifel handelt es sich bei diesem Klassiker des Eifervereins um eine fast vergessene Traumtour. 

Du bist nicht angemeldet. Logge Dich bitte ein, um Kommentare abzugeben.

Eifel-Berichte

-
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok